* Erzeugung durch drehende Spule in einem Magnetfeld
* Für eine Umdrehung wird eine bestimmte Zeit benötigt
* Zu jedem Zeitpunkt steht die Spule in einem bestimmten Winkel $\rightarrow$ *Phasenwinkel*
Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung zeigt ein Koordinatensystem mit einer horizontalen Achse „t“, beginnend bei „0“ und mit acht Markierungen nach rechts ohne Beschriftung, und einer vertikalen Achse „U“ ohne Markierungen. Zwei Sinuskurven verlaufen um die Nulllinie. Sinuskurve „a“ hat ihr erstes Maximum bei der ersten Markierung und ihr Minimum bei der fünften Markierung. Sinuskurve „b“ beginnt im Nullpunkt und hat ihr Maximum bei der zweiten Markierung und ihr Minimum bei der sechsten Markierung. Sie hat also eine Phasendifferenz von einer Markierung gegenüber der ersten Sinuskurve.">
Abbildung A-3.1.1: Phasenverschiebung zwischen zwei Sinus-Signalen
* Phasenverschiebung beschreibt den zeitlichen Versatz zwischen zwei periodischen Signalen gleicher Frequenz
* Sie wird meist in Grad (°) oder Radiant angegeben
* Eine Phasenverschiebung von Strom und Spannung kann z. B. durch Bauteile wie Kondensatoren oder Spulen entstehen
Kondensator II
* Phasenverschiebung von $90 °$
* Strom eilt der Spannung voraus
* Die grüne Leistungskurve ist das Produkt von Strom und Spannung
* Die Leistung schwankt symmetrisch um die Nulllinie und gleicht sich aus
* *Blindleistung* an einem *Blindwiderstand*
Blindwiderstand nimmt keine Wirkenergie auf
Wird deshalb nicht warm
Ein warmer Kondensator bei Hochfrequenz hat einen ohmschen Anteil und sollte ersetzt werden
Kapazitiver Blindwiderstand $X_{\textrm{C}}$
Kondensator wird an Wechselspannung angeschlossen ständig geladen und entladen $\rightarrow$ Wechselstromwiderstand / kapazitiver Blindwiderstand
1. Wenn die Frequenz der Wechselspannung an einem Kondensator erhöht wird, dann fließt mehr Strom; dies bedeutet, der kapazitive Blindwiderstand ist kleiner geworden.
2. Wenn die Kapazität des Kondensators erhöht wird, dann steigt auch der Strom, d.h. der Blindwiderstand wird auch kleiner.
* Verlustfaktor $\tan(\delta) = \frac{R}{X_C}$
* Verluste in Dielektrikum und Zuleitung
Spule II
* Phasenverschiebung von $90 °$
* Spannung eilt dem Strom voraus
* Die grüne Leistungskurve ist das Produkt von Strom und Spannung
* Die Leistung schwankt symmetrisch um die Nulllinie und gleicht sich aus
* *Blindleistung* an einem *Blindwiderstand*
Eine ideale Spule wird nicht warm
Jedoch besteht eine Spule aus Draht und hat dadurch ohmsche Verluste
Zusätzlich wirkt der Skin-Effekt
Induktiver Blindwiderstand $X_{\textrm{L}}$
Spule dreht an Wechselspannung angeschlossen ständig das magnetische Feld $\rightarrow$ Wechselstromwiderstand / induktiver Blindwiderstand
Wenn die Frequenz der Wechselspannung an einer Spule erhöht wird, dann fließt weniger Strom; dies bedeutet, der induktive Blindwiderstand ist größer geworden.
Wenn die Induktivität der Spule erhöht wird, dann verringert sich auch der Strom, d.h. der Blindwiderstand wird auch größer.
$|X_{\textrm{L}}| = \omega \cdot L = 2\pi \cdot f \cdot L$
$\begin{split} L &= N^2 \cdot A_{\textrm{L}}\\ N &= \sqrt{\frac{L}{A_{\textrm{L}}}} = \sqrt{\frac{2 m\henry}{250 n\henry}} \\ &= 89\,\text{Windungen} \end{split}$
gegeben: $L = 12 µ\henry$
gegeben: $A_{\textrm{L}} = 30 n\henry$
gesucht: $N$
$\begin{split} L &= N^2 \cdot A_{\textrm{L}}\\ N &= \sqrt{\frac{L}{A_{\textrm{L}}}} = \sqrt{\frac{12 µ\henry}{30 n\henry}} \\ &= 20\,\text{Windungen} \end{split}$
Verlustfaktor $\tan(\delta) = \frac{R}{X_L}$
Verluste im Leiter
Reihenschaltung von Blindwiderstand und Wirkwiderstand $\rightarrow$ Scheinwiderstand $Z$
Tritt nur bei Wechselspannung auf
Kann nicht mit einem Ohm-Meter gemessen werden
Spule in der Funktechnik $\rightarrow$ Impedanz
Antennenimpedanz, Eingangs- und Ausgangsimpedanz, Impedanzwandler, …
Impedanz $Z$ in $Ω$
Abbildung A-3.3.1: Impedanz $Z$ als geometrische Addition von $R$ und $X$
$Z = \sqrt{R^2 + X^2}$
* Wirkwiderstand $R$
* Blindwiderstand $X_{\textrm{L}}$
* Scheinwiderstand ist über Pythagoras zu berechnen
* Zur Abschirmung: Ein Gehäuse aus einem gut leitfähigem Material.
* Beispiel: Abschirmbecher aus Stahl oder Eisen.
* Verstellbaren Ferritkern um die Induktivität zu verändern.
Abbildung A-3.3.1: Beispiel für Spulen mit Abschirmbecher zur Abschirmung von magnetischen Feldern
Übertrager II
* Magnetisch gekoppelte Spulen
* Veränderlicher Strom in einer Spule
* Erzeugt Spannung in der anderen Spule
* $\rightarrow$ Gegendinduktion
Das Verhältnis der Windungen zwischen Primär- und Sekundärseite ist wie das Verhältnis der Spannung zwischen Primär- zu Sekundärseite, aber wie das Verhältnis der Ströme zwischen Sekundär- zu Primärseite:
Abbildung A-3.4.2: Beispiel für einen Unun-Übertrager mit einem Windungsverhältnis von 2 zu 14, wobei die Primärseite und Sekundärseite zusammen bifilar (verdrillt) gewickelt sind
* Leitung darf nicht zu warm werden
* Sonst schmilzt die Isolation
* Oder der Leiter glüht
* $\rightarrow$ zulässige Stromdichte in Stromstärke bezogen auf den Leiterquerschnitt
Geschmolzene, selbstgebastelte BALUNs in Plastikgehäusen kommen häufiger vor, wenn "nur noch etwas mehr Leistung" gegeben wird
nach VDE
Frei verlegte Leiter aus Kupfer: $\frac{12 A}{0,75 mm\squared}$
Schmelzsicherungen: bis zu $3000 A/mm\squared$
Transformatoren: $2,5 A/mm\squared$ (schlechte Wärmeabstrahlung der Wicklungen)
* Bestehen aus einer Gitterstruktur
* 4 geteilte Elektronen auf der äußeren Schale
* Sind eigentlich Isolatoren
* Können durch Temperaturanstieg, Licht oder Dotierung zu Leitern werden
Stoffe mit 5 Elektronen auf der äußeren Schale $\rightarrow$ Elektronenüberschuss $\rightarrow$ n-Dotierung
Stoffe mit 3 Elektronen auf der äußeren Schale $\rightarrow$ Elektronenmangel ("Loch") $\rightarrow$ p-Dotierung
Löcher sind eigentlich nicht beweglich, aber durch den Elektronenfluss sieht es so aus, als ob sie sich bewegen würden
Kombination
* Es entsteht eine *Verarmungszone* oder *Sperrschicht*
* Über der *Sperrschicht* liegt ein elektrisches Feld
* Austausch stoppt, sobald das elektrische Feld für die Elektronen zu stark ist
Prüfungsfrage AB108
Das folgende Bild zeigt den prinzipiellen Aufbau einer Halbleiterdiode. Wie entsteht die Sperrschicht?
* Arbeitspunkt wird über den Spannungsteiler eingestellt
* Querstrom durch $R_2$ soll so hoch sein, damit der Basisstrom keinen großen Einfluss auf den Arbeitspunkt hat
Kein Strom durch $R_1 \rightarrow$ keine Spannung über $R_2$
Basis liegt auf Massepotential $\rightarrow$ Transistor ist stromlos
Kein Spannungsabfall an $R_{\textrm{C}} \rightarrow$ Kollektorpotential steigt auf Betriebsspannung
$R_2$ ist stromlos $\rightarrow$ Basis ist über $R_1$ ist mit der Betriebsspannung verbunden
Aufgrund der Dimensionierung ist der Basisstrom nun 11-fach höher als geplant
Kollektorstrom wird stark ansteigen $\rightarrow$ Spannungsabfall an $R_{\textrm{C}}$ steigt stark
$U_{\textrm{CE}}$ sinkt auf den Sättigungswert von ca. $0,1 V$
Ausführliche Beschreibung: Zwei Schaltzeichen /“1“ und „2“) bestehen aus einem Kreis mit einer vertikalen Linie links im Kreis. Von links führt ein Anschluss horizontal in den Kreis und trifft im unteren Bereich auf diese vertikale Linie. Im linken Schaltzeichen besitzt dieser Anschluss einen Pfeil in Richtung auf die Linie, im rechten Schaltzeichen zeigt der Pfeil von der Linie weg. Von der vertikalen Linie gehen im Kreis zwei parallele horizontale Linien nach rechts. Die obere endet an einem kurzen vertikalen Anschluss nach oben, die untere an einem kurzen vertikalen Anschluss nach unten.">
Abbildung A-3.7.1: Schaltbilder für Feldeffekttransistoren
Anderer Aufbau
Es besteht ein Halbleiterkanal
Der Stromfluss wird über ein elektrisches Feld gesteuert
Dadurch spannungsgesteuert
Source Quelle für die Ladungsträger im Kanal
Drain Abfluss der Ladungsträger im Kanal
Gate steuert den Fluss der Ladungsträger im Kanal
selbstleitend: Ohne Gate-Source-Spannung ist der FET leitend
selbstsperrend: Ohne Gate-Source-Spannung ist der FET sperrend
n-Kanal-FET: Strom im Kanal wird von Elektronen getragen
p-Kanal-FET: Strom im Kanal wird von Löchern getragen
Sperrschicht-FET: Gate ist eine Diode
Isolierschicht-FET: Gate ist eine Kondensator-Struktur (z.B. MOSFET)
Ausführliche Beschreibung: Das Schaltzeichen besteht aus einem Kreis mit einer vertikalen Linie links im Kreis. Von links führt ein Anschluss von außen horizontal in den Kreis und trifft im unteren Bereich auf diese vertikale Linie. Parallel zu dieser Linie gibt es eine weitere vertikale Linie, von der drei parallele horizontale Linien nach rechts führen. Die obere endet an einem kurzen vertikalen Anschluss nach oben, die mittlere weist einen Pfeil nach rechts von der vertikalen Linie weg auf und ist im Kreis mit der unteren horizontalen Linie verbunden. Die untere horizontale Linie hat einen kurzen vertikalen Anschluss nach unten.">
Abbildung A-3.7.1: Selbstleitender p-Kanal MOSFET
Ausführliche Beschreibung: Das Schaltzeichen besteht aus einem Kreis mit einer vertikalen Linie links im Kreis. Von links führt ein Anschluss von außen horizontal in den Kreis und trifft im unteren Bereich auf diese vertikale Linie. Parallel zu dieser Linie gibt es drei kleine vertikale Striche, von denen jeweils eine parallele horizontale Linie nach rechts führt. Die obere endet an einem kurzen vertikalen Anschluss nach oben, die mittlere weist einen Pfeil nach links zur vertikalen Linie auf und ist im Kreis mit der unteren horizontalen Linie verbunden. Die untere horizontale Linie hat einen kurzen vertikalen Anschluss nach unten.">
Abbildung A-3.7.2: Selbstsperrender n-Kanal MOSFET
* *selbstleitend*/*selbstsperrend*: Gate durchgehend/gestrichelt
* *p-*/*n-Kanal*: Pfeil zeigt weg vom/hin zum Kanal
* *Isolierschicht* (MOSFET): Gate und Kanal als Kondensator
Relais wird über einen in Serie geschalteten Bipolartransistor betrieben
Transistor schaltet ein $\rightarrow$ Strom fließt durch die Relaisspule
Transistor schaltet ab $\rightarrow$ Strom in der Spule induziert negative Spannung am Transistor
Kann zur Zerstörung des Transistors führen
Verhindern: Freilaufdiode parallel zum Relais in Sperrichtung verbauen
Induktionsspannung wird auf Diodenspannung begrenzt
Integrierte Schaltkreise
Komplexe Schaltung auf einem Halbleitersubstrat
Erleichtern den Aufbau von elektronischen Schaltungen
Breitbandiger Verstärker mit wenigen Bauteilen
Typischerweise $50 Ω$ Ein- und Ausgangsimpedanz
Vereint aktive und passive Bauelemente
Ausführliche Beschreibung: Der Schaltplan enthält einen rechteckigen Schaltkreis mit zwei horizontalen Leitern (in der Mitte und oben). Der mittlere besitzt Anschlusspunkte links („RF_IN“) und rechts („RF_OUT“). Der linke Anschlusspunkt ist über einen Kondensator C_1 mit dem Eingang 1 eines MMIC verbunden. Ausgang 2 liegt an Masse. Ausgang 3 führt über einen Kondensator C_3 zum rechten Anschlusspunkt. Ausgang 4 ist mit einem Verzweigungspunkt verbunden, der einerseits an Masse liegt und andererseits über einen Kondensator C_2 und eine Spule zu einem Anschlusspunkt („U_CC“) führt. Zwischen dem rechten Ende von C_2 und Ausgang 3 des MMIC liegt ein Widerstand R_BIAS. In der Abbildung ist ein weiterer Massepunkt eingezeichnet. Zwischen dem Ausgang 3 und diesem Massepunkt gibt es einen vertikalen Pfeil nach unten mit der Beschriftung „U_D = 4 V“.">
Abbildung A-3.8.1: MMIC-Schaltung
* Arbeitspunkt wird über $R_{\textrm{BIAS}}$ eingestellt
* Kondensatoren isolieren Gleichspannung
* Anschluss 2 und 4 liegen auf Masse gegenüber $U_{\textrm{CC}}$
* Anschluss 1 ist offen
* $U_{\textrm{CC}}$ fällt über $R_{\textrm{BIAS}}$ und MMIC ab