Digitale Signalverarbeitung
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Sampling und Quantisierung
Analoge Signale werden mittels Sampling in digitale Werte umgewandelt
Abtastung erfolgt in definierten Zeitintervallen – nur Momentanzustände werden gemessen
Analoge Signale sind zeitkontinuierlich, da sie keine kleinste zeitliche Auflösung besitzen
Digitale Samples sind zeitdiskret, da ein festes Abtastintervall existiert
Analoge Signale können beliebige Spannungswerte annehmen – sie sind wertkontinuierlich
Bei der Digitalisierung gibt es nur begrenzte Abstufungen (z. B. $\num{-128}$ bis $\num{+127}$) – Samples sind wertdiskret
Zwischen zwei Spannungsstufen muss der A/D-Umsetzer eine Entscheidung treffen (Quantisierung)
Ein analoger Dimmer erlaubt feine, stufenlose Helligkeitseinstellungen
Ein Stufenschalter (z. B. $\num{5}$ Stufen) ermöglicht nur feste Helligkeitswerte – Zwischenstufen sind nicht möglich
Quantisierung: Auswahl der nächstpassenden Stufe, um den analogen Wert abzubilden
Sampling
Das digitale Signal besteht aus einzelnen, zeitdiskreten Samples
Geschwindigkeit, mit der ein A/D-Umsetzer Abtastungen vornimmt
Definiert als Anzahl der Samples pro Zeiteinheit (z. B. pro Sekunde)
Einheit: Samples/s (z. B. $44100 \text{Samples\per\second}$ bei CDs, oft als $44,1 k\sps$ angegeben)
Abtasttheorem
Analoge Signale werden in diskrete Samples umgewandelt
Sampling: Abtastung eines kontinuierlichen Signals in festgelegten Zeitabständen
Vergleichbar mit einer Kamera, die in regelmäßigen Intervallen Bilder aufnimmt
Eine Kamera nimmt z. B. $\num{24}$ Bilder pro Sekunde auf
Zwischen den Bildern können schnelle Bewegungen auftreten, die nicht erfasst werden
Wie bei der Kamera kann ein plötzliches Ereignis (z. B. eine Fliege) zwischen zwei Aufnahmen verloren gehen
Dadurch entsteht ein Verlust an zeitlicher Information
Zwischen den Samples können schnelle Signaländerungen unentdeckt bleiben
Für eine fehlerfreie Rekonstruktion muss vor und nach jedem Signalwechsel ein Sample vorliegen
Ist dies nicht der Fall, gehen Details verloren – Aliasing tritt auf
Für ein Signal mit maximaler Frequenz $f_{\mathrm{max}}$ muss die Abtastrate $\gt 2 \cdot f_{\mathrm{max}}$ betragen
Nur so können alle Signalwechsel korrekt erfasst und rekonstruiert werden
Wird diese Grenze unterschritten, entstehen Alias-Effekte
CD-Player arbeiten typischerweise mit $44,1 k\sps$ ($\num{44100}$ Samples pro Sekunde)
Daraus folgt: Frequenzen bis ca. $22 kHz$ können korrekt abgebildet werden
Dies entspricht dem HiFi-Frequenzbereich guter Stereoanlagen
Merke: Die Abtastfrequenz sollte stets knapp über dem Doppelten der maximal zu verarbeitenden Frequenz liegen
Quantisierung
Zeitkontinuierliche Signale werden durch A/D-Umsetzung in digitale Samples überführt
Bei der Quantisierung werden kontinuierliche analoge Werte in feste Stufen (wertdiskret) abgebildet
Ein analoges, wertkontinuierliches Signal wird somit in ein gestuftes, wertdiskretes Signal transformiert
Analog-Digital-Umsetzer (ADC)
Wandelt analoge Eingangssignale in digitale Samples um
Essentiell für die Digitalisierung und Weiterverarbeitung von Signalen
Abtasttheorem: Für fehlerfreie Rekonstruktion muss die Abtastrate $\gt 2 \cdot f_{\mathrm{max}}$ betragen
Signale oberhalb der maximal verarbeitbaren Frequenz können als fehlerhafte Aliases erscheinen
Antialiasing-Filter (Tiefpass- oder Bandpassfilter) unterdrücken unerwünschte hohe Frequenzen
Schützen den A/D-Umsetzer vor fehlerhaften Aliasing-Effekten
Erzeugt den exakten zeitlichen Takt für die Abtastung
Bestimmt, wie oft pro Sekunde ein Sample erfasst wird
Kann fest eingestellt oder durch Steuerung (z. B. Mikrocontroller) geregelt werden
Bei der A/D-Umsetzung werden analoge Amplitudenwerte in feste Stufen abgebildet
Dies führt zu einer wertdiskreten Darstellung des ursprünglich kontinuierlichen Signals
Quantisierungsfehler entstehen, da nicht alle Zwischenwerte exakt erfasst werden können
Anzahl der möglichen digital darstellbaren Stufen
Wird in Bit angegeben (z. B. $8 \bit = \num{256}$ Stufen, $16 \bit = \num{65536}$ Stufen)
Häufig wird die Hälfte der Werte für den positiven und die andere Hälfte für den negativen Bereich verwendet
Jitter beschreibt kleine, zufällige Schwankungen in den Abtastzeitpunkten
Ein instabiler Abtastratengenerator führt zu zusätzlichen Rauscheffekten im digitalen Signal
Hoher technischer Aufwand ist nötig, um einen präzisen Takt zu gewährleisten
Digital-Analog-Umsetzer (DAC)
Der D/A-Umsetzer wandelt einen digitalen Datenstrom (Samples) in ein analoges Signal um
Genau wie der A/D-Umsetzer hat er eine begrenzte Auflösung (in Bit)
Dadurch gibt es eine endliche Anzahl an analogen Signalwerten
Die Anzahl der möglichen Stufen wird durch die Bit-Auflösung bestimmt
Beispiel: $4 \bit\rightarrow\num{16}$ mögliche Stufen
Ein D/A-Umsetzer arbeitet in einem festen Spannungsbereich (z. B. $0 V$ bis $1 V$)
Bei einem linear arbeitenden D/A-Umsetzer verteilt sich der Spannungsbereich gleichmäßig auf die Stufen
Die Schrittweite berechnet sich aus dem Spannungsbereich geteilt durch die Anzahl der Stufen
Beispiel: Bei $\num{16}$ Stufen und einem Bereich von $0 V$ bis $1 V$ ergibt sich eine Schrittweite von ca. $6,25 mV$
Anwendung von ADC und DAC
In SDR-Empfängern und Transceivern wandeln A/D-Umsetzer analoge Eingangssignale in digitale Daten um
Die digitalen Daten werden verarbeitet und mittels D/A-Umsetzer wieder in analoge Signale umgewandelt
Wird der volle Wertebereich nicht ausgenutzt, wird das Signal nur auf einen kleineren digitalen Bereich abgebildet
Überschreitet das Eingangssignal den maximalen Bereich, kann der A/D-/D/A-Umsetzer nur bis zur maximalen Spannung korrekt abbilden
Überschüssige Werte werden als Maximalwert (Clipping) dargestellt, was zu abgeschnittenen Signalanteilen führt
Eine höhere Auflösung ermöglicht eine feinere Abbildung der Signalamplituden
Eine niedrigere Auflösung führt zu einer gestuften, weniger genauen Rekonstruktion des Signals
Anti-Alias-Filter
Vor dem A/D-Umsetzer wird ein Filter eingesetzt, um Signalanteile höherer Frequenzen zu unterdrücken
Solche Filter werden als Antialiasingfilter bezeichnet
Ziel: Vermeidung von Alias-Effekten durch Abschwächung unerwünschter Frequenzen
Tiefpass- oder Bandpassfilter können eingesetzt werden
Das Filter muss Signalanteile oberhalb der halben Sampling-Frequenz wirksam dämpfen
Voraussetzung: Die Abtastfrequenz muss mehr als das Doppelte der zu erfassenden Signalfrequenz betragen
Rekonstruktionsfilter
Wandelt digitale Samples zurück in analoge Spannungsstufen
Samples werden in festgelegten zeitlichen Abständen wieder ausgegeben
Vorgang: Rekonstruktion des ursprünglichen Signals
Zeitdiskrete Abtastung führt zu einem stufenförmigen Signal
Unerwünschte höhere Frequenzen (Artefakte) können auftreten
Einsatz eines Rekonstruktionsfilters (Tiefpass- oder Bandpassfilter)
Filter unterdrückt alle Signalanteile oberhalb der halben Abtastrate
Fourier-Transformation
Signale können sowohl im Zeit- als auch im Frequenzbereich dargestellt werden
Im Zeitbereich: X-Achse $\rightarrow$ Zeit, Y-Achse $\rightarrow$ Spannung oder Leistung
Im Frequenzbereich: X-Achse $\rightarrow$ Frequenz, Y-Achse $\rightarrow$ Amplitude oder Leistung
Jedes Signal lässt sich als Überlagerung von Sinusschwingungen darstellen
Jede Sinusschwingung hat eine bestimmte Amplitude und Phase
Dieses Prinzip ermöglicht es, komplexe Signale in ihre Bestandteile zu zerlegen
Mathematisch komplexes Verfahren, das ein zeitliches Signal analysiert
Zeigt an, welche Sinus-Schwingungen (Frequenzen) im Signal enthalten sind
Das Ergebnis wird als Frequenzspektrum dargestellt (X-Achse: Frequenz, Y-Achse: Amplitude/Leistung)
Effiziente Berechnung der diskreten Fourier-Transformation (DFT)
Reduziert den Rechenaufwand erheblich
Weit verbreitet in Soft- und Hardware zur Signalverarbeitung
Rechtecksignale enthalten neben der Grundschwingung auch zahlreiche Oberschwingungen
Diese Oberschwingungen (ungerade Vielfache der Grundfrequenz) nehmen ab, sind aber deutlich sichtbar
Ohne Tiefpassfilter würden diese hohen Frequenzanteile stören
Digitale Filter
Digitale Informationen können nahezu beliebig bearbeitet werden
Eingangssamples werden mittels mathematischer Funktionen in Ausgangssamples umgerechnet
Filteroperationen können digital implementiert werden (z. B. Tief-, Band- oder Hochpass)
"Finite" = Es werden nur eine begrenzte Anzahl von Eingangssamples für jedes Ausgangssample genutzt
Keine Rückkopplung; Berechnung basiert ausschließlich auf aktuellen und vergangenen Samples
"Infinite" = Berechnung eines Ausgangssamples bezieht sich auf alle bisherigen Eingangssamples
Einsatz von Rückkopplung führt zu einem theoretisch unendlichen Impulsverhalten
I/Q-Verfahren
Digitale Modulationstechnik, die zwei Träger derselben Frequenz verwendet
Einer der Träger ist um $90 °$ phasenverschoben
Erzeugt ein Signal, das sich in Amplitude und Phase ändert
* Zwei Träger: * Einer wird mit dem I-Signal (In-Phase) moduliert * Der andere, um $90 °$ verschoben, mit dem Q-Signal (Quadrature)
* Beide modulierten Träger werden überlagert * Das resultierende Signal ändert sich in Amplitude und Phase
Der digitale Datenstrom wird in zwei Teile aufgeteilt: I und Q
Zwei D/A-Umsetzer wandeln die digitalen I- und Q-Werte in analoge Signale um
Diese modulieren die beiden phasenverschobenen Träger, die anschließend kombiniert werden
Das empfangene Signal wird mit einem $0 °$-Träger gemischt, um das I-Signal zu extrahieren
Gleichzeitig erfolgt eine Mischung mit einem um $90 °$ phasenverschobenen Träger, um das Q-Signal zu erhalten
Beide Signale werden A/D-umgesetzt und bilden so den digitalen I/Q-Datenstrom
Der I/Q-Datenstrom bildet den Frequenzbereich um eine Mittenfrequenz ab
Beispiel:
$435 MHz$-Träger
Abtastrate von $\num{10}$ Mio. Samples/s $\rightarrow$ Bandbreite = $10 MHz$ ($\pm5 MHz$ um die Mittenfrequenz)
Abgedeckter Bereich: ca. $430 MHz$ bis $440 MHz$
Die abgedeckte Bandbreite in $Hz$ entspricht der Abtastrate in Samples pro Sekunde
Latenz
Bei der Signalübertragung und -verarbeitung entstehen Verzögerungen
Lichtgeschwindigkeit: Zeit, die elektromagnetische Wellen vom Sender zum Empfänger benötigen
Weitere Verzögerungen durch Zwischenspeicherung (Buffer) und Filter
Laufzeit zwischen Sender und Empfänger oder zwischen Verarbeitungsstufen
Latenz wird in Sekunden gemessen
Typische Werte: wenige Millisekunden bis einige Sekunden
Analoge Verfahren haben oft geringere Latenzen als digitale, da weniger Zwischenspeicherung erfolgt
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