Fähigkeit des Empfängers, das gewünschte Empfangssignal möglichst gut von benachbarten Signalen trennen zu können
Wird maßgeblich durch die ZF-Filter bestimmt
Legt die Qualität des gesamten Empfangszweiges fest
Mischer II
* Im linearen Bereich finden keine Verzerrungen statt
* Mathematisches Verhalten wie bei Addition
Mathematischen Verhalten wie bei einer Multiplikation
Deshalb findet im nichtlinearen Bereich immer ein Mischprozess statt
Mischprodukte erzeugen immer zusätzliche Frequenzen im Ausgangssignal
Ringmischer
* Am Ausgang eines Mischers soll nur das Mischprodukt erscheinen
* Unerwünschte Mischprodukte und die Eingangssignale sollen maximal unterdrückt werden
* 4 Dioden in Ringschaltung
* Oszillator an $U_2$ schaltet immer zwei Dioden aktiv
* In dieser Zeit kann eine gleichförmige Welle von $U_1$ zum Ausgang gelangen
Spiegelfrequenzen
Im Mischprozess zur $f_\text{ZF}$ werden prinzipbedingt immer zwei Empfangsfrequenzen ausgewählt
* Gewünschte Empfangsfrequenz $f_\text{e1}\rightarrow$ Spiegelfrequenz $f_\text{e2}$
* Abstand zwischen gewünschter Empfangsfrequenz und Spiegelfrequenz $\rightarrow2 \cdot f_\text{ZF}$
Oszillator schwingt oberhalb der Empfangsfrequenz
$\downarrow$
Spiegelfrequenz bei ${2 \cdot f_\text{ZF}}$ oberhalb der Empfangsfrequenz
Oszillator schwingt unterhalb der Empfangsfrequenz
$\downarrow$
Spiegelfrequenz bei ${2 \cdot f_\text{ZF}}$ unterhalb der Empfangsfrequenz
* Ohne Unterdrückung kann die Spiegelfrequenz zu Empfangsstörungen führen
* Vermeidung: Gewünschte Frequenz wird durch einen Bandpassfilter selektiert
* Spiegelfrequenz wird möglichst maximal unterdrückt
Abstand zwischen gewünschter Empfangsfrequenz und Spiegelfrequenz durch eine hohe ZF möglichst groß wählen
Bei einem großen Abstand kann ein hochwertiges Bandpassfilter leichter realisiert werden
Bandbreite ist nach Modulationsart unterschiedlich
SSB $\rightarrow2,7 kHz$
CW und RTTY $\rightarrow500 Hz$ zur Trennung von nebenliegenden Signalen
FM $\rightarrow12 kHz$
Quarzfilter $\rightarrow$ stark steilflankig und sehr schmalbandig
Keramikfilter $\rightarrow$ steilflankig und schmalbandig
LC-Filter $\rightarrow$ nicht so steilflankig und größere Bandbreite
RC-Filter werden üblicherweise in HF nicht eingesetzt
BFO II
Beat-Frequency-Oszillator (BFO) schwingt genau auf der Frequenz des unterdrückten Trägers
Mischt den Träger wieder rein
Möglichst hohe Frequenzstabilität $\rightarrow$ Quarzgesteuerter Oszillator
BFO muss Abstand zum CW-Signal haben
So viel, wie das hörbare CW-Signal sein soll
Angenehmer Ton bei $600-900 Hz$
Meistens bei $800 Hz$
Inter- und Kreuzmodulation
Bei Intermodulation zeigt die Empfängerstufe nichtlineares Verhalten $\rightarrow$ unerwünschte Frequenzen mit Überlagerungsstörungen
Bei Kreuzmodulation wird gewünschtes Signal durch ein starkes, benachbartes AM-Signal beeinflusst $\rightarrow$ Modulation des benachbarten Senders ist hörbar
* Unterdrückung des Störsignals vor dem Empfänger
* Filter ist auf die Frequenz des Störsignals abgestimmt
* Störsignal wird unterdrückt
Interception Point dritter Ordnung IP3
Maß für den Punkt, an dem unerwünschte Mischprodukte 3. Ordnung den Amplitudenwert des Eingangssignal erreichen
Je höher der IP3 eines Empfängers, umso größere Signale können störungsfrei verarbeitet werden
Zuschaltbares Dämpfungsglied am Empfängereingang
Intermodulationsprodukte und Kreuzmodulation werden verringert
Nutzsignal wird um den Faktor des Dämpfungsglieds reduziert
Störsignale um den Faktor $\num{3}$ (3. Ordnung) in $dB$ abgeschwächt
Information ist in der Frequenzänderung weiterhin vorhanden
Amplitudenschwankungen werden unterdrückt
Low Noise Block (LNB)
* *Low Noise Block Converter* (LNB) mischt hohe Frequenzen direkt hinter der Antenne herunter
* Häufig im Satellitenfunkverkehr
* Weniger Kabelverluste durch niedrige Frequenz
* Benötigt Spannungsversorgung
* Einsatz von BIAS-T
* Unterschiedliche Spannungen für unterschiedliche Polarisation
* Üblicherweise $12 V$ und $18 V$
S-Meter
Abbildung A-8.10.1: S-Meter als Balkenanzeigen im Display eines Funkgeräts
Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung zeigt ein halbrundes Analoginstrument mit vier Skalen. Links neben den Skalen stehen untereinander die Labels „S“, „PWR“, „SWR“, „ALC“. Außen verläuft die S-Skala mit den Markierungen bei „1“, „3“, „5“, „7“, „9“, dazwischen feine Teilstriche für weitere Werte. Nach rechts schließt sich eine graue dB-Skala mit den Markierungen „+20“, „+40“, „+60 dB“ und grauen Strichen an. Unter dieser Skala liegt konzentrisch zur S-Skala eine fein unterteilte numerische PWR-Skala mit den Markierungen 0, 10, 20, 30, 40, 50, 60, 70, 80, 90, 100. Noch weiter innen folgt die SWR-Skala mit den Zahlen „1, 1.5, 2, 3“; am rechten Ende dieser Skala steht das Symbol „∞“. Ganz innen befindet sich ein mit den anderen Skalen konzentrischer Streifen mit der Beschriftung „ALC“, wobei der Abschnitt von „1“ bis „1.5“ dunkelgrau gefüllt ist, der Rest ist weiß. Ein langer, dünner schwarzer Zeiger schneidet die S-Skala genau bei „9“ und die PWR-Skala nahe „56“.">
Abbildung A-8.10.2: S-Meter als analoges Messinstrument
* Anzeige der Empfangsstärke des anliegenden HF-Signals
* 9 S-Stufen und nachfolgender Bereich mit $+ dB$
* Bis S9: Eine S-Stufe entspricht $6 dB$
* $6 dB$: $2\cdot U$ oder $4\cdot P$
von S4 bis S7 sind 3-Stufen
$3\cdot 6 dB = 18 dB$
von S7 auf S9$+8 dB$ sind $6 dB + 6 dB + 8 dB = 20 dB$
$20 dB$ entsprechen der $\num{100}$-fachen Leistung
von $25 W$ auf $100 W$ sind $\frac{100 W}{25 W} = 4$-fache Leistung
$\num{4}$-fache Leistung entspricht einer S-Stufe
von $100 W$ auf $400 W$ sind $\frac{400 W}{100 W} = 4$-fache Leistung
$\num{4}$-fache Leistung entspricht einer S-Stufe
von $10 W$ auf $100 W$ sind $\frac{100 W}{10 W} = 10$-fache Leistung
$\num{10}$-fache Leistung entspricht $10 dB$
von S8 auf S9 sind $6 dB$
die restlichen $4 dB$ kommen als $+4 dB$ oben drauf
von S9$+20 dB$ auf S8 sind $26 dB$
Kurzwelle bis $30 MHz$: S9 $\rightarrow50 µV$ an $50 Ω$
VHF bei $144 MHz$: S9 $\rightarrow5 µV$ an $50 Ω$
von S9 auf S8 sind $6 dB$
Das ist die halbe Spannung
$\frac{50 µV}{2} = 25 µV$
Dämpfungsglieder
* Schwächen Signalpegel definiert ab
* Vermeidung von Übersteuerung oder Beschädigung von Messgeräten
* Eingangspegel für Verstärker und Empfänger auf ein definiertes Maß reduzieren
* Dämpfung über Widerstände und Umwandlung in Wärme
* Bei symmetrischen Dämpfungsgliedern sind Ein- und Ausgangsimpedanzen gleich
* Üblicherweise $50 Ω$
* Dämpfung wird in $dB$ angegeben
* z.B. $20 dB$ = Faktor $\num{100}$
* $100 W$ Eingangsleistung $\rightarrow1 W$ Ausgangsleistung
Eingangssignal für Squelch wird an der ZF oder NF abgegriffen
Demodulator
Demodulation wandelt ein moduliertes HF-Signal in ein hörbares NF-Signal um
Abhängig von der verwendeten Modulation wird ein passendes Demodulationsverfahren gewählt
Ziel: Wiederherstellung der ursprünglichen NF
Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei parallelen horizontalen Leitern und zwei Anschlusspunkten links (mit „ZF“ beschriftet). Zwischen den beiden horizontalen Leitern ist zunächst ein Kondensator geschaltet, der parallel zur Primärwicklung eines Transformators liegt. An dessen Sekundärwicklung ist ein weiterer Kondensator zwischen den horizontalen Leitern eingezeichnet. Im oberen Leiter gibt es danach eine Diode. Dahinter verbindet ein weiterer Kondensator die beiden horizontalen Leiter. Parallel dazu liegt ein Widerstand. Von dessen oberem Ende geht ein weiterer Kondensator nach oben zu einem Anschlusspunkt rechts („NF“). Im oberen Leiter folgt ein weiterer Widerstand und danach zwischen den horizontalen Leitern ein Kondensator (die obere Linie mit „+“ gekennzeichnet). Die beiden horizontalen Leiter haben rechts jeweils einen Anschlusspunkt.">
Abbildung A-8.16.1: Hüllkurvendemodulator zur Demodulation von AM-Signalen
* AM-Signale werden mit einem Hüllkurvendemodulator verarbeitet
* HF-Signal wird über einen Schwingkreis selektiert und gleichgerichtet
* Kondensator lädt auf $\rightarrow$ Widerstand entlädt mit definierter Zeitkonstante
Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus zwei Teilen. Oben ist ein Diagramm mit einer horizontalen Achse „t“ und einer vertikalen Achse „U“ und einer Sinuskurve mit an- und abschwellender Amplitude abgebildet. Unten gibt es einen Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei parallelen horizontalen Leitern und zwei Anschlusspunkten links (mit „ZF“ beschriftet). Zwischen den beiden horizontalen Leitern ist zunächst ein Kondensator geschaltet, der parallel zur Primärwicklung eines Transformators liegt. An dessen Sekundärwicklung ist ein weiterer Kondensator zwischen den horizontalen Leitern eingezeichnet. Im oberen Leiter gibt es danach eine Diode. Dahinter verbindet ein weiterer Kondensator (mit „X“ beschriftet) die beiden horizontalen Leiter. Parallel dazu liegt ein Widerstand. Von dessen oberem Ende geht ein weiterer Kondensator nach oben zu einem Anschlusspunkt rechts. Im oberen Leiter folgt ein weiterer Widerstand und danach zwischen den horizontalen Leitern ein Kondensator (die obere Linie mit „+“ gekennzeichnet). Die beiden horizontalen Leiter haben rechts jeweils einen Anschlusspunkt.">
Abbildung A-8.16.1: Hüllkurvendemodulator mit ZF-Eingangssignal
Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung zeigt das Diagramm eines Hüllkurvendemodulators mit einer horizontalen Achse „t“ und einer vertikalen Achse „U“. Die Kurve besteht aus einer gezackten Linie, deren Hüllform einer Kurve mit Maxima und Minima folgt. Von jedem Zacken ausgehend sind vertikale gestrichelte Linien zur Nulllinie eingezeichnet.">
Abbildung A-8.16.2: Demoduliertes Signal am Punkt X
* Anschluss X: Anzeige der gleichgerichteten Spitzenspannung
* Leichter Abfall der Spannung durch parallele Entladung
* Hüllkurve entspricht der aufmodulierten NF, überlagert mit einem Sägezahnsignal
* Nachfilterung entfernt den Trägeranteil
FM-Demodulation
Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei horizontalen Leitern. Im oberen horizontalen Leiter ist je ein Anschlusspunkt links und rechts eingezeichnet, letzterer mit „NF“ beschriftet. Oben links gibt es einen Widerstand, der mit „ZF=10,7 MHz“ beschriftet ist. Zwischen den beiden horizontalen Leitern folgt ein Widerstand, der unten weiter an Masse liegt. Parallel dazu folgt eine variable Spule (Halbbögen nach rechts mit Linie und abschließendem Querstrich durch die Spule) und ein parallel geschalteter Kondensator zwischen den horizontalen Leitern. Im oberen Leiter gibt es nach rechts eine Diode. Danach ist ein weiterer Kondensator zwischen den horizontalen Leitern geschaltet. Parallel dazu liegt ein Widerstand. Am oberen Ende führt ein weiterer Kondensator zum rechten Anschlusspunkt. Es gibt einen gestrichelt gezeichneten Rahmen um die Spule und den parallelen Kondensator mit der Beschriftung „f_res ZF“.">
Abbildung A-8.16.2: FM-Flankendiskriminator
* FM-Demodulation mittels Flankendiskriminator
* Signal aus der Zwischenfrequenz läuft in einen Schwingkreis
* Schwingkreis: Resonanzfrequenz $f_\text{res}$ leicht versetzt zu $f_\text{ZF}$
* Frequenzänderungen werden in Amplitudenänderungen umgewandelt
* Nachgeschalteter AM-Demodulator liefert die NF
Ausführliche Beschreibung: Gezeigt ist ein Blockschaltbild aus mehreren mit zwei horizontalen Leiter verbundenen Baugruppen. Im unteren horizontalen Leiter gibt es einen Signalfluss von links nach rechts. Ganz links befindet sich ein Anschlusspunkt „E“. Es folgt ein Block mit der Aufschrift „Δφ“ und ein Block mit drei wellenförmigen Linien, von denen die beiden oberen durchgestrichen sind (Filter). Darüber gibt es einen Block „VCO“, von dem aus ein Leiter auf den Block „Δφ“ zurückführt. Im vertikalen Zweig zwischen dem Filter und „VCO“ gibt es eine horizontale Abzweigung zum Anschlusspunkt „A“.">
Abbildung A-8.16.1: Blockschaltbild einer FM-Demodulation mittels PLL
* PLL nutzt einen spannungsgesteuerten Oszillator (VCO), der dem Eingangssignal folgt
* Regelspannung entspricht der FM-Modulation (aufmodulierte NF)
* Signalabgriff zur weiteren NF-Verarbeitung
SSB-Demodulation mittels Produktdetektor
Ringmischer mischt die Zwischenfrequenz (ZF) mit einem Beat Frequency Oscillator (BFO)
Entstehendes Mischprodukt ist das gewünschte SSB-NF-Signal
BFO muss exakt auf den unterdrückten Träger abgestimmt sein
Frequenzmessung II
Empfangsfrequenz lässt sich meist nicht direkt messen, da kein Messpunkt vorhanden ist
Zum Überprüfen wird ein genauer Oszillator oder Frequenzgenerator an die Antennenbuchse angeschlossen
Vergleich der Generatorfrequenz mit der Empfängeranzeige