In diesen Geräten ist zumindest ein Teil der Signalverarbeitung in Software realisiert.
Dieses hat einen Kostenvorteil und bringt eine große Flexibilität mit sich.
Damit die Daten digital verarbeitet werden können, müssen sie zunächst digitalisiert werden.
Dazu wird das analoge Signal mittels eines Analog-Digital Umsetzers (A/D-Umsetzer) in digitale Werte umgesetzt.
Hierbei wird das analoge Signal in festen Zeitintervallen abgetastet und in einem digitalen Wertebereich (z.B. von $\num{-128}$ bis $\num{+127}$) abgebildet.
Die einzelnen gemessenen Signalwerte werden als Samples (Proben) bezeichnet.
Ausführliche Beschreibung: Ein Koordinatensystem hat eine horizontale Achse mit der Beschriftung „Zeit“ und eine vertikale Achse mit der Beschriftung „Wert“. Über das Koordinatensystem verteilt ist ein Gitternetz aus kleinen Quadraten eingezeichnet. An den Schnittpunkten einiger Quadrate gibt es kleine Kreise, die eine sinusförmige Kurve oberhalb und unterhalb der Nulllinie bilden.">
Abbildung EA-13.1.1: Einfache Darstellung einer Sinuswelle aus $\num{16}$ Samples und $\num{7}$ Werten
Nach der digitalen Verarbeitung des Signals wird es in einem Digital-Analog-Umsetzer (D/A-Umsetzer) wieder in ein analoges Signal verwandelt.
Sampling und Quantisierung
Analoge Signale werden mittels Sampling in digitale Werte umgewandelt
Abtastung erfolgt in definierten Zeitintervallen – nur Momentanzustände werden gemessen
Analoge Signale sind zeitkontinuierlich, da sie keine kleinste zeitliche Auflösung besitzen
Digitale Samples sind zeitdiskret, da ein festes Abtastintervall existiert
Analoge Signale können beliebige Spannungswerte annehmen – sie sind wertkontinuierlich
Bei der Digitalisierung gibt es nur begrenzte Abstufungen (z. B. $\num{-128}$ bis $\num{+127}$) – Samples sind wertdiskret
Zwischen zwei Spannungsstufen muss der A/D-Umsetzer eine Entscheidung treffen (Quantisierung)
Ein analoger Dimmer erlaubt feine, stufenlose Helligkeitseinstellungen
Ein Stufenschalter (z. B. $\num{5}$ Stufen) ermöglicht nur feste Helligkeitswerte – Zwischenstufen sind nicht möglich
Quantisierung: Auswahl der nächstpassenden Stufe, um den analogen Wert abzubilden
Sampling
Das digitale Signal besteht aus einzelnen, zeitdiskreten Samples
Geschwindigkeit, mit der ein A/D-Umsetzer Abtastungen vornimmt
Definiert als Anzahl der Samples pro Zeiteinheit (z. B. pro Sekunde)
Einheit: Samples/s (z. B. $44100 \text{Samples\per\second}$ bei CDs, oft als $44,1 k\sps$ angegeben)
Abtasttheorem
Analoge Signale werden in diskrete Samples umgewandelt
Sampling: Abtastung eines kontinuierlichen Signals in festgelegten Zeitabständen
Vergleichbar mit einer Kamera, die in regelmäßigen Intervallen Bilder aufnimmt
Eine Kamera nimmt z. B. $\num{24}$ Bilder pro Sekunde auf
Zwischen den Bildern können schnelle Bewegungen auftreten, die nicht erfasst werden
Wie bei der Kamera kann ein plötzliches Ereignis (z. B. eine Fliege) zwischen zwei Aufnahmen verloren gehen
Dadurch entsteht ein Verlust an zeitlicher Information
Zwischen den Samples können schnelle Signaländerungen unentdeckt bleiben
Für eine fehlerfreie Rekonstruktion muss vor und nach jedem Signalwechsel ein Sample vorliegen
Ist dies nicht der Fall, gehen Details verloren – Aliasing tritt auf
Für ein Signal mit maximaler Frequenz $f_{\mathrm{max}}$ muss die Abtastrate $\gt 2 \cdot f_{\mathrm{max}}$ betragen
Nur so können alle Signalwechsel korrekt erfasst und rekonstruiert werden
Wird diese Grenze unterschritten, entstehen Alias-Effekte
CD-Player arbeiten typischerweise mit $44,1 k\sps$ ($\num{44100}$ Samples pro Sekunde)
Daraus folgt: Frequenzen bis ca. $22 kHz$ können korrekt abgebildet werden
Dies entspricht dem HiFi-Frequenzbereich guter Stereoanlagen
Merke: Die Abtastfrequenz sollte stets knapp über dem Doppelten der maximal zu verarbeitenden Frequenz liegen
Quantisierung
Zeitkontinuierliche Signale werden durch A/D-Umsetzung in digitale Samples überführt
Bei der Quantisierung werden kontinuierliche analoge Werte in feste Stufen (wertdiskret) abgebildet
Ein analoges, wertkontinuierliches Signal wird somit in ein gestuftes, wertdiskretes Signal transformiert
Analog-Digital-Umsetzer (ADC)
Wandelt analoge Eingangssignale in digitale Samples um
Essentiell für die Digitalisierung und Weiterverarbeitung von Signalen
Abtasttheorem: Für fehlerfreie Rekonstruktion muss die Abtastrate $\gt 2 \cdot f_{\mathrm{max}}$ betragen
Signale oberhalb der maximal verarbeitbaren Frequenz können als fehlerhafte Aliases erscheinen
Antialiasing-Filter (Tiefpass- oder Bandpassfilter) unterdrücken unerwünschte hohe Frequenzen
Schützen den A/D-Umsetzer vor fehlerhaften Aliasing-Effekten
Erzeugt den exakten zeitlichen Takt für die Abtastung
Bestimmt, wie oft pro Sekunde ein Sample erfasst wird
Kann fest eingestellt oder durch Steuerung (z. B. Mikrocontroller) geregelt werden
Bei der A/D-Umsetzung werden analoge Amplitudenwerte in feste Stufen abgebildet
Dies führt zu einer wertdiskreten Darstellung des ursprünglich kontinuierlichen Signals
Quantisierungsfehler entstehen, da nicht alle Zwischenwerte exakt erfasst werden können
Anzahl der möglichen digital darstellbaren Stufen
Wird in Bit angegeben (z. B. $8 \bit = \num{256}$ Stufen, $16 \bit = \num{65536}$ Stufen)
Häufig wird die Hälfte der Werte für den positiven und die andere Hälfte für den negativen Bereich verwendet
Jitter beschreibt kleine, zufällige Schwankungen in den Abtastzeitpunkten
Ein instabiler Abtastratengenerator führt zu zusätzlichen Rauscheffekten im digitalen Signal
Hoher technischer Aufwand ist nötig, um einen präzisen Takt zu gewährleisten
Digital-Analog-Umsetzer (DAC)
Der D/A-Umsetzer wandelt einen digitalen Datenstrom (Samples) in ein analoges Signal um
Genau wie der A/D-Umsetzer hat er eine begrenzte Auflösung (in Bit)
Dadurch gibt es eine endliche Anzahl an analogen Signalwerten
Die Anzahl der möglichen Stufen wird durch die Bit-Auflösung bestimmt