Kondensatoren können längere Zeit Energie speichern, die gefährlich werden können
Auch ohne Netzanschluss besteht weiterhin Lebensgefahr bei der Berührung von Kondensatoren!
Öffnen elektrischer Geräte II
Eigene Geräte zu reparieren ist für viele Funkamateure Ehrensache
Sicherheit nicht vergessen – Schäden dürfen nicht vergrößert werden
Tragen von Isolierhandschuhen in einer ausreichenden Schutzklasse
Isoliertes Werkzeug verwenden
Reparatur beginnt immer mit der Fehlersuche
Gerät wird zunächst vom Netz getrennt, bevor es geöffnet wird
Achtung: Kondensatoren im Netzteil bleiben auch ohne Netzstrom geladen
Schaltnetzteile für Transistorendstufen können an Kondensatoranschlüssen Spannungen oberhalb der Netz-Nennspannung aufweisen
Bei Röhrenendstufen ist die Spannung noch deutlich höher
Das Verhalten kann lebensgefährlich sein
Ohne Eingriffe baut sich die Ladung langsam ab – jedoch nicht schnell genug für die Sicherheit
Direktes Kurzschließen der Kondensatoren ist gefährlich und kann zu tödlichen Stromschlägen oder Bränden führen
Entladung erfolgt mit einem hochohmigen, isolierten Widerstand – langsam und sicher
Die Belastbarkeit des Widerstandes muss an die Kapazität des Kondensators angepasst werden
Blitzerdung
Wenn aber ein Blitz einschlägt, dann in die exponierte Antenne
Deshalb müssen Antennenanlagen geerdet oder in ein vorhandenes Blitzschutzkonzept integriert werden
[photo:191::Durch Überspannung völlig zerstörter Kondensator in einem Netzteil. Ursache war ein Blitzeinschlag in der Nähe der Station. Hier kam die Überspannung über das Stromnetz.]
* Auch ein Blitz in der Nähe kann durch Überspannung große Schäden anrichten
* Ursache ist Induktion in Strom- oder Telefonienetz
* Blitzschutz-Zwischenstecker für Koaxialkabel mit Gasentladungsröhre
* Antennenzuleitung nach dem Funkbetrieb erden, z.B. an Gebäudeerdungsanlage
* Dafür ist eine Erdungsleitung notwendig
Bei Änderungen an der Blitzschutzanlage eine Blitzschutz-Fachkraft einbeziehen
Insbesondere beim Anschluss von Antennen-Standrohren an die Blitzschutzanlage
Aufnahme der Veränderungen in das Blitzschutzkonzept des Gebäudes
Schutzerdung und Potentialausgleich I
Problem:
Leitfähige Gegenstände können unerwünschte Potentiale (Spannungen) aufweisen
Z.B. elektrische Aufladung, Blitz oder Fehler im Gerät
Maßnahmen:
* Elektrisch leitende Teile miteinander verbinden
* Bei Koaxialkabeln die Schirme miteinander verbinden und an der Haupterdungsschiene anschließen
Schutzerdung und Potentialausgleich II
In jedem Haushalt und bei jeder Amateurfunkstation gibt es zahlreiche elektrisch leitfähige Gegenstände (z. B. Erdleitungen, Wasserleitungen, Heizungsrohre, Koaxialkabel, Metallgehäuse)
Defekte, Fehler bei Elektroinstallationen, elektrostatische Aufladungen oder Blitzschlag können zu gefährlichen Potentialdifferenzen führen
Die Verbindungen müssen niederohmig sein, um einen sicheren Potentialausgleich zu gewährleisten
Geräte werden geerdet, um fremde Potentiale sicher abzuleiten
Hochfrequenzströme suchen oft eigene Wege – separate Erdungsleitungen können dadurch in Resonanz mit der Sendefrequenz geraten
Da das Ende der Leitung geerdet ist, kann sich dort kein Spannungsbauch bilden – stattdessen baut sich am Anschluss der Erdungsleitung am Sender eine hohe Spannung auf
Das Sendergehäuse wird „heiß“ und berührungsempfindlich, was zu elektrischem Schlag oder Verbrennungen führen kann
Ändere die Länge der separaten Erdungsleitung so, dass keine Resonanz mit einem der Amateurfunkbänder auftritt
Gegebenenfalls muss eine vorhandene Erdungsleitung verlängert werden
Statische Aufladung von Antennen
Unerwünschte Spannungen an Antennen durch statische Aufladungen
Bei ungeerdeten Drahtantennen
Z.B. durch Regen und Hagel
Führt zu Prasselstörungen beim Empfang
* Abhilfe: Einbringen von Ableitwiderständen zwischen Leitern der Antennenzuführung und der Erdung der Amateurfunkstation
* Hochohmig, z.B. $100 kΩ$
* Dadurch wird die Funktion der Funkanlage nicht beeinträchtigt
Berühren von Antennen I
Hohe Wechselspannungen
Verursachen Herzrhythmusstörungen, Verbrennungen und andere Verletzungen
Kann zum Tod führen
Auch zu Sekundärunfall wie Sturz von der Leiter durch Erschrecken und Verkrampfen
Berühren von Antennen II
* Die Spannungen sind ungleich verteilt
* Beim klassischen Dipol bilden sich an beiden Enden Spannungsbäuche mit hohen Spannungen, die selbst bei geringen Sendeleistungen (wenige Watt) eine erhebliche Verletzungsgefahr darstellen
* Der Ort der Spannungsbäuche hängt vom Antennentyp ab (z. B. Monobandantenne, Mehrbandantenne).
* *Eine Sendeantenne in Betrieb berührt man nicht!*
Aufenthalt im Strahlengang
Hoher Antennengewinn
Aus wenig Eingangsleistung wird eine hohe Strahlungsleistung
$20 dB$ sind üblich $\rightarrow1 W$ Sendeleistung werden $100 W$ Strahlungsleistung
Gefahr für Körper, insbesondere Augen, Gehirn und Hoden
Kann zu Erkrankungen dieser Organe führen
Die Strahlung ist nicht direkt zu spüren
Der Aufenthalt im direkten Strahlengang von Sendeantennen ist zu vermeiden!
Kursabschluss
DARC-Mitgliedschaft: Der größte deutsche Amateurfunkverband setzt sich für Frequenzen, Ausbildung und Nachwuchs ein – eine Mitgliedschaft trägt diese Arbeit aktiv mit.
Ortsverbände (OV): Über die PLZ-Suche den nächsten der 24 Distrikte finden – lokale Mitglieder erleichtern den Einstieg ins Hobby.
Online-Community: Austausch über DARC-Chat, DARC-Treff und die eigene Mastodon-Instanz mit anderen Funkamateuren weltweit.
Aktivitäten nach der Prüfung: Conteste, Selbstbau, Notfunk, Portabelbetrieb u. v. m. – die jährliche HAM-Challenge bietet einen guten Überblick über alle Bereiche.
Veranstaltungen & Weiterbildung: HAM RADIO Friedrichshafen, Funk.Tag Kassel, AFUBarcamp und der Dienstags-Treff als Formate zum Lernen und Vernetzen.