E · Kapitel 10 · Einheit 2

Überlagerungsempfänger (Einfachsuper) I

Als einfachsten Empfänger haben wir den Detektor-Empfänger im vorherigen Kapitel kennengelernt. Beim Detektor-Empfänger handelt es sich um einen sog. Geradeaus-Empfänger, den wir auch schon in der Klasse N kennen gelernt haben. Beim Geradeausempfänger wie in Abbildung E-10.2.1 gezeigt, wird das Signal nach Empfang und ggf. Verstärkung nur noch demoduliert. Dieses Empfängerkonzept hat jedoch den Nachteil einer schlechten Selektivität (Trennschärfe). Um das zu verbessern könnte man den Eingangsfilterblock (2) aus mehreren Filtern kombinieren um die Trennschärfe zu erhöhen. Dann müssten aber beim Wechsel der Empfangsfrequenz alle diese Filter angepasst werden und das ist sehr aufwändig. Aus diesem Grund wurde der Überlagerungsempfänger (vgl. Abbildung E-10.2.2) entwickelt, welcher in der Fachsprache auch Superheterodyn oder Superhet genannt wird.

Überlagerungsempfänger können mit einer oder mehreren Zwischenfrequenzen arbeiten. Im einfachsten Fall handelt es sich um einen Direktüberlagerungsempfänger, bei dem die Zwischenfrequenz die gewünschte NF-Frequenz ist. Zu diesem Zweck muss die Oszillatorfrequenz sehr nahe an der Empfangsfrequenz liegen.

Prüfungsfrage EF208

Wo liegt bei einem Direktüberlagerungsempfänger üblicherweise die Oszillatorfrequenz für den Mischer?

Ein Überlagerungsempfänger hat jedoch auch einige Nachteile, insbesondere das Auftreten sogenannter Spiegelfrequenzen. Diese Problematik sowie fortgeschrittene Empfängerkonzepte wie der Mehrfachsuper mit mehreren Zwischenfrequenzen werden wir erst in der Klasse A genauer behandeln.