Im Jahre 1820 beobachtete der dänische Naturforscher Hans Christian Oerstedt, dass ein auf dem Tisch liegender Kompass abgelenkt wurde, wenn er durch einen Draht in der Nähe einen Strom schickte. Dieser zunächst für einen Gleichstrom beobachtete Effekt liefert die Grundlage für Elektromagneten und Elektromotoren. Man kann ihn mit Hilfe von magnetischen Feldlinien beschreiben - beispielsweise richtet sich eine Kompassnadel entlang dieser Feldlinien aus.
Die magnetischen Feldlinien um einen stromdurchflossenen Leiter sind stets in sich geschlossen. Fließt ein konstanter Gleichstrom durch einen geraden, gestreckten Leiter, so verlaufen diese magnetischen Feldlinien in Form konzentrischer Kreise um den Leiter herum, wie in Abbildung NEA-7.2.1 gezeigt.
Prüfungsfrage EB201
Wenn ein konstanter Gleichstrom durch einen gestreckten Leiter fließt, sind die ...
A
elektrischen Feldlinien parallel zu den magnetischen Feldlinien um den Leiter.
B
magnetischen Feldlinien sternförmig um den Leiter.
C
elektrischen Feldlinien konzentrische Kreise um den Leiter.
D
magnetischen Feldlinien konzentrische Kreise um den Leiter.
Prüfungsfrage EA104
Welche Einheit wird üblicherweise für die magnetische Feldstärke verwendet?
A
Henry pro Meter (H/m)
B
Ampere pro Meter (A/m)
C
Volt pro Meter (V/m)
D
Watt pro Meter (W/m)
Im Inneren einer Zylinderspule ergibt sich im gegensatz zu einem geraden Leiter ein anderes Bild, weil ja jetzt der stromdurchflossene Leiter nicht gerade, sondern schraubenförmig aufgewickelt ist. Ist die Zylinderspule sehr lang verglichen mit dem Durchmesser, ergibt sich im Inneren eine lineare Form der Feldlinien, deren Feldstärke jeweils auch noch gleich ist (also eine konstante magnetische Feldstärke über den Querschnitt der Spule). Ein solches Feld bezeichnen wir als homogenes magnetisches Feld . Den Begriff hatten wir schon beim homogenen elektrischen Feld im Innern eines Plattenkondensators kennengelernt.
Prüfungsfrage EB202
Welches Feld stellt sich im Inneren einer langen Zylinderspule bei Fließen eines Gleichstroms näherungsweise ein?
A
Zentriertes magnetisches Feld
B
Homogenes elektrisches Feld
C
Konzentrisches magnetisches Feld
D
Homogenes magnetisches Feld
Dabei ist zu beachten, dass sich die magnetischen Feldlinien bei einer Zylinderspule auch außerhalb der Spule schließen. Dadurch entsteht ein sogenanntes Streufeld. Dieses Streufeld lässt sich verringern, indem man die Zylinderspule entlang ihrer Längsachse zu einem Kreis (oder "Toroid") formt, wie es beispielsweise bei einer Ringkernspule der Fall ist (vgl. Abbildung NEA-7.2.3 ). In diesem Fall können sich die magnetischen Feldlinien vollständig im Inneren der Spule schließen.
Ausführliche Beschreibung: In der Bildmitte befindet sich ein breiter, hellgrauer Ring mit einer weißen, runden Öffnung in der Mitte. Dieser Ring ist mit einem Leiter mit sieben Windungen umwickelt, dessen Enden im unteren Teil der Abbildung schräg nach links und rechts aus dem Ring heraus verlaufen. Es gibt keine Achsen, Skalen, Beschriftungen oder Text.">
Abbildung NEA-7.2.3: Ringkernspule
Prüfungsfrage EB203
Ein Ringkern hat einen mittleren Durchmesser von 2,6 cm und trägt 6 Windungen Kupferdraht. Wie groß ist die mittlere magnetische Feldstärke im Ringkern, wenn der Strom 2,5 A beträgt?
A
183,6 A/m
B
5,769 A/m
C
5769 A/m
D
1,836 A/m
Für diese Prüfungsfrage berechnen wir zunächst den mittleren Umfang eines Rings mit mittlerem Durchmesser $d$. In der Aufgabe ist $d=2,6 cm$. Dabei bitte die Einheit beachten -- am Besten, wir gehen auf die Grundeinheit $m$ zurück.
Der mittlere Umfang ($l_m$) ergibt sich aus folgender Beziehung:
$l_m = \pi \cdot d = \pi\cdot 0,026 m = 0,082 m$
Das Magnetfeld wird bei $N$ Windungen durch einen Strom erzeugt, der $N$-mal so groß ist, wie der im Leiter fließende Strom $I$. Daher gilt für die magnetische Feldstärke $H$ laut Formelsammlung:
$H = \frac{N\cdot I}{l_m} = \frac{6 \cdot 2,5 A}{0,082 m} = 183 A/m$
Die Betrachtungen zum magnetischen Feld gelten auch für Wechselstrom. Im Abschnitt zum elektromagnetischen Feld werden wir uns noch näher damit beschäftigen. In einer Antenne fließt ein Wechselstrom, der wiederum ein zeitlich variierendes Magnetfeld zur Folge hat. Wie bereits besprochen, sind magnetische Feldlinien stets in sich geschlossen, vgl. Abbildung NEA-7.2.4 . Daraus ergibt sich bereits die richtige Antwort auf diese Frage.
Prüfungsfrage EB206
Wie werden die mit X gekennzeichneten Feldlinien einer Vertikalantenne bezeichnet?
A
Vertikale Feldlinien
B
Offene Feldlinien
C
Magnetische Feldlinien
D
Elektrische Feldlinien