In der Klasse E haben wir das Konzept des kurzen und langen Weges bereits kennengelernt. In der Klasse A möchten wir dieses Thema noch etwas vertiefen. Eine geradlinige Verbindung zwischen zwei Orten auf einer Kugel verläuft immer entlang des Großkreises. Die Richtung des kurzen und des langen Weges zum anderen Ort unterscheiden sich in der Richtung daher um genau $180 °$. Abbildung NEA-3.26.1 zeigt den Großkreis auf der Erdkugel – in Blau den kurzen Weg und in Rot den langen Weg, der einmal vollständig um den Globus herumführt.
Prüfungsfrage AH216
Wie erkennt ein Funkamateur in der Regel, dass er mit "PY" auf dem indirekten und somit längeren Weg gearbeitet hat?
A
Aus der Stellung seiner Richtantenne erkennt er, dass diese in Richtung des längeren Weges nach Brasilien eingesetzt ist. Das heißt, er hat "PY" auf dem direkten Weg gearbeitet.
B
Aus der Stellung seiner Richtantenne erkennt er, dass diese der Richtung des kürzesten Weges nach Brasilien um 180 ° entgegengesetzt ist. Das heißt, er hat "PY" auf dem "langen Weg" gearbeitet.
C
Durch die verhallte Tonlage der Verbindung nach Brasilien, Ausbreitung der Funkwellen über zwei entgegengesetzte Wege.
D
Durch die verhallte Tonlage der Verbindung erkennt er, dass diese in zwei Richtungen nach Brasilien stattgefunden hat. Das heißt, er hat "PY" nicht nur direkt, sondern auf einem längeren Weg gearbeitet.
NEA-3.26.2 zeigt eine solche Beam-Karte mit Berlin als Standort der Amateurfunkstation. Dass die Darstellung vom Standort der Station abhängt, erkennt man in Abbildung NEA-3.26.3 , die eine Beam-Karte für Sydney in Australien darstellt.
NEA-3.26.2 dargestellt, beträgt die Entfernung von Deutschland nach Australien auf dem kurzen Weg über Ostasien rund $16000 km$ bei einem Azimut von etwa $75 °$. Wählt man hingegen den langen Weg, so richtet man die Antenne auf $255 °$ aus und überbrückt dabei fast $24000 km$ – der Signalweg führt dann über Südamerika und den Südpazifik.
Obwohl Abbildung NEA-3.26.2 nicht für Frankfurt am Main, sondern für Berlin erstellt wurde, lassen sich damit die folgenden Fragen grob beantworten. In der Prüfung steht leider keine Beam-Karte als Hilfsmittel zur Verfügung. Wir empfehlen daher, sich die ungefähren Winkel der Kontinente einzuprägen – das ist auch später für den Funkbetrieb auf Kurzwelle hilfreich.
Prüfungsfrage AH217
Eine Amateurfunkstation in Frankfurt/Main will eine Verbindung nach Tokio auf dem langen Weg herstellen. Auf welchen Winkel gegen Nord (Azimut) muss der Funkamateur seinen Kurzwellenbeam drehen, wenn die Beamrichtung für den kurzen Weg 38 ° beträgt? Er muss die Antenne drehen auf ...
A
218 °
B
322 °
C
308 °
D
122 °
Prüfungsfrage AH218
Eine Amateurfunkstation in Frankfurt/Main will eine Verbindung nach Buenos Aires auf dem langen Weg herstellen. Auf welchen Winkel gegen Nord (Azimut) muss der Funkamateur seinen Kurzwellenbeam drehen, wenn die Beamrichtung für den kurzen Weg 231 ° beträgt? Er muss die Antenne drehen auf ...
A
51 °
B
141 °
C
321 °
D
129 °