Wenn man einen Teil eines Dipols senkrecht nach oben und den anderen parallel zum Erdboden ausrichtet, erhält man eine "Up- and Outer"-Antenne (Abbildung NEA-19.4.1). Den senkrechten Teil dieser Antenne bezeichnet man als Strahler, den waagerechten Teil als Radial oder Gegengewicht.
Die Up- and Outer-Antenne gehört zu den sogenannten Vertikalantennen, da der Strahler senkrecht (vertikal) angeordnet ist. Wie beim Dipol beträgt die Länge beider Teile der Up- and Outer-Antenne zusammen $\lambda{} / 2$, also eine halbe Wellenlänge. Der Strahler und das Gegengewicht sind demzufolge also jeweils $\lambda{} / 4$ lang.
Wird das parallel zum Erdboden geführte Radial nun vervielfacht, dann entsteht eine Groundplane-Antenne, die im Amateurfunk häufig verwendet wird.
Prüfungsfrage NG105
Wie wird die dargestellte Antenne bezeichnet?
Prüfungsfrage NG106
Die elektrischen Gegengewichte einer Groundplane-Antenne bezeichnet man auch als ...
Man kann das Radial einer Up- and Outer-Antenne auch durch den Erdboden ersetzen. Dann erhält man die in Abbildung NEA-19.4.2 gezeigte Marconi-Antenne. Das Gegengewicht, also der zweite Teil der Antenne, wird jetzt durch die Erde gebildet, die im Idealfall sehr gut leitet. Für die Darstellung der Erde wird in Schaltbildern das in Abbildung NEA-19.4.3 gezeigte Symbol verwendet.
Wie bei der Up- and Outer-Antenne ist der vertikale Strahler der Marconi-Antenne $\lambda{} / 4$ lang. Da anstelle eines Gegengewichts die Erde verwendet wird, kann man die Marconi-Antenne auch als eine "gegen Erde erregte $\lambda{} / 4$-Vertikalantenne" beschreiben.
Prüfungsfrage NG104
Eine Marconi-Antenne ist ...
Prüfungsfrage NG102
Was wird durch dieses Schaltzeichen symbolisiert?
Sowohl die Groundplane- als auch die Marconi-Antenne strahlen gleichmäßig in alle Himmelsrichtungen. Deshalb nennt man diese beiden Antennen auch "Rundstrahler". Im Gegensatz zu Richtantennen eignen sich Rundstrahler, um Funkamateure oder Relaisfunkstellen in unterschiedlichen Richtungen im Umkreis zu erreichen. Eine Richtantenne müsste immer wieder neu ausgerichtet werden.
Damit ein Rundstrahler gut funktioniert, sollte er möglichst hoch und rundherum frei positioniert werden. Die optimale Position ist daher auf einem hohem Mast, der umgebende Gebäude und Bäume überragt, oder dem Hausdach.
Prüfungsfrage NG110
Welche Antenne ist für eine 2 m-QSO-Runde mit im Umkreis verteilten Funkamateuren am besten geeignet?
Prüfungsfrage NG111
Welche Antennenkonfiguration ist zu wählen, wenn möglichst viele umliegende Relaisstationen im 2 m- oder im 70 cm-Band erreicht werden sollen?