NEA · Kapitel 14 · Einheit 13

Unerwünschte Aussendungen II

In der Klasse N haben wir bereits unerwünschte Aussendungen kennengelernt. Solche Aussendungen sollten unbedingt vermieden werden, was durch verschiedene technische Maßnahmen erreicht werden kann – auf diese gehen wir in dieser Lektion näher ein. Unerwünschte Aussendungen entstehen bei Funksendern häufig durch Oberwellen, also ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz, sowie durch sogenannte Nebenaussendungen, wie in der Abbildung NEA-14.13.1 gezeigt. Zunächst befassen wir uns mit den Oberwellen, da sie andere Funkdienste beeinträchtigen oder stören können. Von einer Störung spricht man, wenn eine Amateurfunkstation unerwünschte Frequenzanteile so stark abstrahlt, dass die zulässigen Grenzwerte überschritten werden. Ein typisches Beispiel ist die Aussendung einer Oberschwingung eines Transceivers im UKW-Rundfunkbereich, wie in Abbildung NEA-14.13.2 dargestellt. Hierbei führt die vierfache Frequenz ($145,9 MHz\cdot 4 = 583,6 MHz$) der Grundfrequenz zu einer Störung. Die Nebenaussendungen betrachten wir am Ende dieser Lektion.

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Die Messung unerwünschter Aussendungen eines Senders erfolgt – im Gegensatz zur PEP-Messung – immer am Senderausgang unter Einbeziehung des gegebenenfalls verwendeten SWR-Meters, zusätzlicher Anpassgeräte und eventuell eingesetzter Tiefpassfilter (vgl. Abbildung NEA-14.13.3). Hierdurch wird sichergestellt, dass nur die unerwünschten Aussendungen gemessen werden, die auch die Antenne erreichen können. Als Messgerät eignet sich hierfür am besten ein Spektrumanalysator. Wie genau eine solche Überprüfung durchgeführt wird, wie das Frequenzspektrum von Oberwellen aussieht und welche gesetzlichen Vorgaben dabei gelten, werden wir erst in der Klasse A näher betrachten.

Ein ideales Sendesignal, welches nur auf einer gewünschten Frequenz aussendet sollte ein idealer Sinus sein. Dieser enthält außer der Grundfrequenz keine weiteren Frequenzanteile.

Prüfungsfrage EJ201

Welche Signalform sollte der Träger einer hochfrequenten Schwingung haben, um Störungen durch Oberwellen zu vermeiden?

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Zur Unterdrückung von Oberwellen werden im Kurzwellenbereich üblicherweise Oberwellenfilter eingesetzt. Ihre Charakteristik ist so ausgelegt, dass Frequenzen unterhalb einer bestimmten Grenzfrequenz das Filter nahezu ungedämpft passieren, während Frequenzen oberhalb dieser Grenze nicht oder nur stark abgeschwächt durchgelassen werden. Ein Oberwellenfilter ist somit ein Tiefpassfilter, wie wir es bereits im Kapitel Schwingkreise kennengelernt haben. Der Frequenzgang eines solchen Tiefpasses ist in Abbildung NEA-14.13.4 dargestellt. Abbildung NEA-14.13.5 zeigt ein selbstgebautes Tiefpassfilter bestehend aus Kondensatoren und Spulen welche auf Ringkerne gewickelt wurden. Schaltet man bei einem Mehrbandsender das Band um, wird dabei in der Regel auch ein passendes Oberwellenfilter ausgewählt. Oft ist dann das Klicken eines Relais zu hören, das diese Umschaltung vornimmt.

Dass dieses Thema sehr wichtig ist, zeigt sich an der großen Zahl von Prüfungsfragen dazu. Mit dem Wissen über Oberwellen und Tiefpässe lassen sich diese jedoch sehr leicht beantworten.