N · Kapitel 6 · Einheit 5

Digital Voice (DV)

Auch Sprache kann digital übertragen werden, z. B. mit den Übertragungsverfahren DMR, D-Star, C4FM und M17. Dies kann, je nach Verfahren, mit einem Computer oder auch mit einem dafür geeigneten Funkgerät erfolgen. Damit kann man über vernetzte VHF- oder UHF-Relaisfunkstellen mit Funkamateuren auf der ganzen Welt funken. Wenn zwei oder mehr Relaisfunkstellen vernetzt sind, können Sendungen, die von einer der Funkstellen empfangen wurden, über ein Netzwerk, z. B. das HAMNET oder das Internet, weitergeleitet und auf anderen verbundenen Stationen wieder ausgestrahlt werden. Um sich den Zugriff auf einen solchen Relaisverbund zu ermöglichen, kann man auch zu Hause einen sogenannten Hotspot betreiben. Solange keine entsprechende Genehmigung für eine fernbediente Station vorliegt, darf der Betrieb eines Hotspots nur als besetzte Station erfolgen, d. h. man muss den Sender abschalten, wenn er nicht vor Ort beaufsichtigt wird. Auf Kurzwelle werden digitale Sprachverbindungen hauptsächlich direkt hergestellt, beispielsweise mit FreeDV.
Prüfungsfrage NE404

Welche Übertragungsverfahren für digitalen Sprechfunk sind im Amateurfunk gebräuchlich?


Bei digitaler Sprachübertragung werden die Sprachsignale vor der Übertragung in einen Datenstrom umgewandelt. Mehrere solcher Datenströme können auch in schnell abwechselnder, periodischer Folge übertragen werden. Das nennt man TDMA (Time Division Multiple Access) oder Zeitmultiplexverfahren. So nutzen zwei oder mehr Sprachverbindungen quasi gleichzeitig dieselbe Frequenz. Für ein Funkgerät bedeutet das, dass es bei gedrückter PTT-Taste ständig schnell zwischen Sende- und Empfangsbetrieb umschalten muss, damit es den Takt nicht verliert.

Prüfungsfrage NE403

Ist es bei bestimmten digitalen Verfahren zur Sprachübertragung (z. B. DMR oder TETRA) möglich, mehrere Sprechverbindungen gleichzeitig auf derselben Frequenz innerhalb eines Empfangsgebiets abzuwickeln?


Im Gegensatz zu analogen Sendungen, bei denen meist nur Frequenz und Modulationsart für die Herstellung einer Verbindung zu einem anderen Teilnehmer bekannt sein müssen, sind für digitale Sprache oft mehr Einstellungen zu berücksichtigen, beispielsweise Sprechgruppe, Raum oder Reflektor zum Zusammenschalten von Relaisfunkstellen oder der zu nutzende TDMA-Zeitschlitz.

Prüfungsfrage NE402

Sie möchten an einer Funkrunde mittels digitaler Sprachübertragung (z. B. C4FM, DMR oder D-Star) über ein Repeaternetzwerk teilnehmen. Worauf müssen Sie neben der Wahl des Übertragungsverfahrens, der Frequenz und der Modulation achten?

Über VHF/UHF-Handfunksprechgeräte und über Relaisstellen werden neben FM-Sprechfunk oft auch die digitalen Verfahren DMR, D-Star oder C4FM verwendet.

Prüfungsfrage NE307

Welche Übertragungsverfahren werden bei VHF/UHF-Handfunkgeräten üblicherweise verwendet?