A · Kapitel 4 · Einheit 3

Brückenschaltung

Die Brückenschaltung ist eine Anordnung aus vier Widerständen, die unter anderem zur präzisen Widerstandsmessung eingesetzt wird. Ein bekanntes praktisches Beispiel ist die Wheatstone-Messbrücke. Die Schaltung besteht aus zwei parallel geschalteten Spannungsteilern. Zwischen den Mittelpunkten der beiden Spannungsteiler befindet sich der sogenannte Brückenzweig, an dem die Brückenspannung $U_\mathrm{AB}$ gemessen werden kann.

Prüfungsfrage AD111

In welchem Verhältnis müssen die Widerstände $R_1$ bis $R_4$ zueinander stehen, damit das Messinstrument im Brückenzweig keine Spannung anzeigt?

Lösung
Fragenbild AD111

Da bei der folgenden Aufgabe alle Widerstände gleich groß sind, müssen auch die Spannungsteilerverhältnisse gleich sein. Dies entspricht dem beschriebenen Sonderfall.

Prüfungsfrage AD112

Die Spannung an der Brückenschaltung beträgt 10 V. Alle Widerstände haben einen Wert von 50 Ohm. Wie groß ist die Spannung zwischen A und B im Brückenzweig (gemessen von A nach B)?

Lösung
Fragenbild AD112

In der folgenden Frage trifft der Sonderfall nicht zu, da die Spannungsteilerverhältnisse ungleich sind. Es sind zwar ähnliche Widerstände vorhanden, jedoch von oben nach unten betrachtet vertauscht. Die Aufgabe kann mit dem Wissen zum unbelasteten Spannungsteiler gelöst werden.

Prüfungsfrage AD113

Die Spannung an der Brückenschaltung beträgt 11 V. Die Widerstände haben folgende Werte: $R_1$ = 1 kOhm; $R_2$ = 10 kOhm; $R_3$ = 10 kOhm; $R_4$ = 1 kOhm. Wie groß ist die Spannung zwischen A und B im Brückenzweig (gemessen von A nach B)?

Lösung
Fragenbild AD113

Auf der linken Seite finden wir das Verhältnis $1 kΩ$ zu $10 kΩ = 1/10$. Unter der Voraussetzung, dass das Messwerk sehr hochohmig oder abgeklemmt ist, messen wir bei einer Betriebsspannung von $11 V$ auf der linken Seite am oberen Widerstand ($R_1$) genau $1 V$ und am unteren Widerstand ($R_2$) $10 V$. Das Potenzial am Messpunkt A beträgt somit $10 V$ gegen Masse gemessen.

Auf der rechten Seite finden wir das Verhältnis $10 kΩ$ zu $1 kΩ = 10/1$ und messen deshalb $10 V$ am oberen Widerstand ($R_3$) und $1 V$ am unteren Widerstand ($R_4$). Das Potenzial am Messpunkt B beträgt somit $1 V$ gegen Masse gemessen.

Der Potenzialunterschied zwischen A und B beträgt damit $9 V$, wobei der Messpunkt A um $9 V$ positiver als der Messpunkt B ist.